Natural Colours Magazin by Buksbom® | Exkurs

Codes mit Konzept

Methoden für die Farbtonbestimmung

Typische Bildhaftigkeit von Kalkfarbe (Foto: Sika Design, Vertrieb Buksbom® Interieur)

„Kreativität“ ist eines der meiststrapaziertesten Begriffe unserer Gegenwartskultur. Aber warum fällt es so schwer, uns für einen Farbton zu entscheiden?

 

Es ist Anfangs bereits angeklungen: Die wenigsten von uns sind Architekten oder Raumplaner und haben weder beruflich noch übermäßig ambitioniert mit Farbe zu tun. Wir wissen kaum um die symbolischen, anekdotisch-ikonografischen Bedeutungen von Farbe oder deren Funktion als Codeträger, Kommunikations- und Orientierungsmittel oder sind uns den psychologischen und historischen Zusammenhängen bewusst. So stehen uns meist nur unsere assoziativen und intuitiven Fähigkeiten zur Verfügung, um auf einen mutmaßlich passenden, erhofft harmonischen oder vermutungsgemäß plausiblen Farbton zu
zeigen. Dennoch verspüren wir das Verlangen, uns von Subjektivität, Naivität und Willkür zu befreien. Dieser Wunsch drängt uns dazu, möglichst objektive,
besprechbare und mit anderen teilbare Rechtfertigungen, legitime Bezugspunkte und Begründungen zu finden und in dieser Herausforderung einigermaßen Sicherheit und Zufriedenheit zu erlangen.

Foto: Pure & Original

Das Farbenspektrum der verwendeten Anstrichmittel für Wohnräume vergangener Jahrhunderte war entsprechend begrenzt. Weder standen ursprünglich die notwendigen Kenntnisse noch die technischen Möglichkeiten zur Verfügung, Anstrichmittel beliebig zu färben. Aus diesem Grund entwickelten sich auch spektral begrenzte Farbgewohnheiten. Der farbigen Gestaltung wurde keine größere Bedeutung in der Lebensgestaltung beigemessen, weil die entsprechenden Mittel eben selten, damit zu teuer und schwer erreichbar waren. Erst durch den Adel traten Aspekte der Selbstdarstellung, Repräsentation und die Vermittlung aritokratischer Identität in den Vordergrund, die sich auch in der farblichen Gestaltung von Räumen, Häusern und Anlagen ausdrückten. Im Laufe der Jahrhunderte bzw. Jahrzehnte veränderten sich Seh-, Lebens- und Farbgewohnheiten entlang des technischen, politischen und gesellschaftlichen Wandels immer wieder. Die Kulturabhängigkeit von Farbtönen sowie der Einfluss von Mode, Werbung und Medien auf die Farblandschaft sind bekannt.

 

Doch wie entwickeln wir eine Methode für ein begründbares Farbkonzept, mit und in dem wir leben möchten? Wie nähern wir uns einem Farbton?

Foto: Painting the Past

Es gibt sicher keine allgemeingültigen Rezepte, jedoch gewisse Grundregeln zum verantwortungsvollen, bewussten und zielgerichteten Umgang mit Farben,
insbesondere in Bezug auf die Gestaltung unserer Wohn-, Lebens- und Arbeitsumgebungen. Alle Facetten möglicher Methoden darzustellen, entspräche dem Aufwand einer Doktorarbei oder zumindest eines sehr dicken Fachbuches unter Zuhilfenahme unendlich komplexer Quellen und dem Zitat unzähliger Beispiele. Unter Berücksichtigung der folgenden Teilaspekte lassen sich jedoch Farbkonzepte für die Innengestaltung entwickeln, die sich aus deren Mischung
bzw. Summe ergeben können. Allerdings werden Geschmack, Persönlichkeitsstruktur und ästhetisches Vermögen bei allen strategischen Überlegungen ihren Einfluss auf die Farbwahl beibehalten.

 

Hervorheben und verstecken


Bei bereits eingerichteten Räumen besteht vordergründig die Möglichkeit, einen Farbton zu wählen, der sich in den vorherrschenden Farbhaushalt des vorhandenen Interieurs einfügt, diesen bewusst unterbricht, umgewichtet oder bestärkt. Damit bewegt man sich in der Balance zwischen dezenter Einfassung
des Rauminneren (z. B. durch hellere, unbunte oder warme Farbtöne) auf der einen Seite und Betonung der Architektur (z. B. durch bunte, dunklere oder
komplimentäre Farbtöne) auf der anderen. Der architektonische Einfluss von Form, Größe und Dimension auf die Wahrnehmung kann über Farbgebung gesteuert werden. Diesen Überlegungen liegt die Annahme zu Grunde, den spezifischen räumlichen Gegebenheiten einen Farbton hinzuzufügen, und zwar unter Berücksichtigung der vorhandenen Lichtsituation.

 

Die dezente Einfassung des Interieurs erfolgt durch farbliches Zurückdränngen (Camouflieren) der umgebenden Wände, deren farbliche Raumrolle dementsprechend geringer ausfällt. Dabei kann das Farbklima durchaus elegant, wohnlich und behaglich gelingen, es bleibt nicht zwangsläufig angewiesen auf
schlichte, unpartaiische Weißtöne. Die Betonung der Architektur durch eine entsprechend markante Farbegstaltung hingegen bezieht Wand, Decke und Boden aktiver mit in die räumliche Gesamtatmosphäre ein. In diesem Kontext stellt sich nur noch die Frage, ob eine farblich einheitliche Gestaltung aller Flächen oder das bewusste farbliche Absetzen einzelner Teilbereiche gewählt wird. Eine Wand beispielsweise andersfarbig zu streichen als die übrigen im Raum, sollte nachvollziehbar begründet sein.

 

Pure & Original Kreidefarbe

Harmonisieren und kontrastieren

 

Eine grundlegende Überlegung ist der Entschluss entweder zur Ein-, Zwei- oder Mehrfarbigkeit in der Raumgestaltung. Hier ist es sinnvoll, über Farbkarten oder Probeanstriche Zusammenstellungen vorzunehmen, um die elementaren optischen Wirkungen bestimmter Kombinationen in relativ kurzer Zeit
auszutesten. Im Falle einer Zwei- und Mehrfarbigkeit steht man zwangsläufig vor der Wahl, welche Farbtöne miteinander arbeiten sollten. Wird eine Monotonie angestrebt oder soll eine kontrastierende Wirkung entstehen? Kann ein Raum ein farbliches Wechselpiel vertragen oder braucht er doch mehr Ruhe?

 

Der Bunt-Unbunt-Kontrast bezieht sich auf die Sättigung eines Farbtons. Hochgesättigte Farbtöne erscheinen uns lebendiger und näher, ungesättigte eher bewegungsloser und reservierter. Eine Veränderung zu Grau nimmt der Farbe ihre Aktivität. Ungesättigte Farben eignen sich als Hintergrund, um zum Beispiel eine dezente Einfassung vorzunehmen. Gesättigte Farbtöne hingegen sind in der Lage zu akzentuieren und in den Raum hineinzudrängen.

 

Im Kalt-Warm-Kontrast begegnet uns ebenfalls ein bestimmtes Entfernungs- und Bewegungsverhalten der Farbtöne. Warme Töne (wie Rot) erscheinen dem
Betrachter näher und aktiver als kalte (wie Blau), die psychovisuell entfernter und statischer wirken. Dieses lässt sich auch bei Beige- oder Grautönen beobachten, die lediglich einen Rot- oder Blaustich enthalten. Dichte, Räumlichkeit und Entfernung definieren sich auch im Hell-Dunkel-Kontrast. Schattenmodulationen schaffen Schwere (z. B. Horizontierung, Stabilität oder Plastizität) und ein natürlich wirkendes räumliches Umfeld, sehr helle Farbtöne (schattenlos) erscheinen im Umkehrschluss flach, steril oder artifiziell und drängen in die Vertikale.

 

Pure & Original Kalkfarbe

Fühlen und schmecken

 

Ein Großteil unserer Seherfahrung beruht auf Assoziationen mit körperlichen und sensuellen Erfahrungen. So können Farben auf uns beispielsweise hart oder weich wirken und süss oder bitter schmecken, uns freundlich oder aggressiv, laut oder leise erscheinen. Teil der Farbwahrnehmung sind demnach auch immer eine gewisse Empathie und Nachvollziehbarkeit.

 

Ein Farbkonzept kann die gewohnheitsmäßige Vernetzung aller Sinne aufgreifen und deren unterschiedliche Bedeutungsebenen zusammenführen, da Farbe Erwartungen an Empfindungen weckt. Es ist hilfreich, wenn Sehen in diesem Zusammenhang mit Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen gleichgesetzt wird. Mit dieser Gedankenbrücke lässt sich konstruktiv verstehen und umsetzen, was Farben in uns bewirken.

 

Da Farbe also alle Sinne betrifft und in Bewegung setzt, gestalten wir mit ihr auch immer einen emotionalen Raum, der unsere Gefühle im Optimalfall stärkt oder thematisiert. Die Definition von Licht und Schatten, Schwere und Leichtigkeit erfolgt dabei über Helligkeitsgrad, Dynamik und Lebendigkeit, von Bewegung, Geschwindigkeit, Lautstärke, Nähe und Entfernung über Sättigungen (aktive oder ruhige Farben). Diese optischen Variablen eines Farbkonzepts
verweisen systematisch auf bekannte Sehgewohnheiten physischer Art und bestimmen den Bezug des Menschen zu dessen Umgebung. Wenn wir uns dieser Übrlegungen bedienen, finden wir sicher einen ersten verlässlichen Zugang zur Heransgehensweise in der Bestimmung eines Farbtons.

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