Anwendungs- und Verarbeitungshinweise

"Kreidefarbe" von L’Authentique

Kreide Matt Emulsion auf Wasserbasis mit hohem Kreideanteil, Naturpigmenten und typisch stumpfmatter Oberfläche

Die wasserbasierte Kreidefarbe von L’Authentique erzeugt stumpfmatte Anstriche, wie sie für Kreide Emulsionen (eine seltene Dispersion) typisch sind. Die ausschliesslich natürlichen organischen und anorganischen Pigmente bewirken im Zusammenspiel mit dem mineralischen Werkstoff Kreide im Ergebnis eine geschmeidige und hochdeckende Beschichtung mit einem samtig-pudrigen Erscheinungsbild von intensiver, voller Farbwirkung und hoher Gleichmäßigkeit.

Anwendungsbereiche und Eigenschaften

Die durch den Hersteller als "Kreidefarbe" bezeichnete Kreide Matt Emulsion von L’Authentique ist in erster Linie für die Anwendung auf Wänden und Decken im Innenbereich gedacht. Ebenso ist eine Verarbeitung in überdachten, schlagregengeschützten Aussenbereichen möglich. Kreidefarbe ist einsatzfähig auf Putz, Beton, Lehm, Mauerwerk, Gipskarton, Stuck, Tapete und Altanstrichen, wie Kreide- und Dispersionsfarbe. Zudem kann sie unter bestimmten Voraussetzungen auch auf Holz bzw. Möbeln verwendet werden, wenn dazu ein stumpfmatter Glanzgrad beabsichtigt wird.

 

Die Reichweite von Kreidefarbe beträgt in Abhängigkeit zur Saugkraft des Maluntergrundes ca. 12 m2 pro Liter und Lage, das entspricht rechnerisch einem Verbrauch von ca. 84 ml pro Quadratmeter und Lage. Diese Angabe bezieht sich stets auf den einmaligen Anstrich, da dessen Anzahl je nach Erfordernis variieren kann. Kreidefarbe von L’Authentique ist hochergiebig, nahezu geruchsfrei, unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit, ökologisch einwandfrei, abriebfest und waschbeständig, vergilbungsfest und lichtecht, überstreichfähig und in allen Farbtönen von L’Authentique erhältlich.

 

Kreidefarbe leistet zudem aufgrund ihrer Diffusionsoffenheit bzw. Wasserdampfdurchlässigkeit (landläufig auch "offenporig" oder "atmungsaktiv" genannt) einen wesentlichen Beitrag zur Schaffung eines gesunden Raumklimas und ist deshalb auch aus baubiologischer Sicht beispielsweise dazu geeignet, bei der Sanierung von Altbauten im Sinne des Denkmalschutzes und der Bausubstanzerhaltung eingesetzt zu werden. Zudem stellt Kreidefarbe angesichts ihrer natürlichen und reizarmen Inhaltsstoffe nicht zuletzt für Allergiker, Kinder, Haustiere, ältere, kranke und empfindliche Menschen ein in diesem Sinne konstruktives Anstrichmittel dar.

 

Übrigens: Es bestehen gegenüber Kreidefarbe einige hartnäckige Vorbehalte, die allein auf Hörensagen basieren. So grassiert im Internet und sogar unter Fachleuchten und Gewerken zum Beispiel das Gerücht, Kreidefarbe würde abfärben (abkreiden) und müsse daher vor dem Neuanstrich gebunden oder sogar entfernt werden. Diese unvorteilhaften Eigenschaften treffen ausschliesslich auf minderwertige Produkte zu, die Kreide als günstigen Füllstoff verwenden, ausdrücklich jedoch nicht auf hochwertige Kreide Matt Emulsionen, wie die Kreidefarbe von L’Authentique, die dementgegen eine hohe Nassabriebfestigkeit besitzt und ohne Vorbehandlung überstreichfähig ist.

Maluntergrund

Der Maluntergrund muss grundsätzlich sauber und staubfrei, trocken, fettfrei und frei von sonstigen trennenden Substanzen, tragfähig und fest (kohärent) und darf nicht sanierungsbedürftig oder auf sonstige Weise defizitär sein. Lose Teile sollten entfernt, Löcher und große Poren gefüllt, Risse und Beschädigungen ausgebessert werden. Kreidefarbe ist etwas dickflüssiger (höherviskos) als andere Dispersionen, Unebenheiten werden jedoch nicht ausgeglichen und bleiben auch nach dem Anstrich sichtbar. Sofern im Ergebnis eine ebene, glatte Fläche beabsichtig wird, muss der Maluntergrund vor dem Anstrich entsprechend verputzt, repariert, geglättet oder auch mit einem Streichvlies versehen werden. Neu angelegte Maluntergründe bzw. Putze aus Beton und Zement müssen vor der Beschichtung vollständig ausgehärtet sein, Lehmputze ausgekehrt und ggf. zur Verfestigung einer kreidenden Oberfläche zum Beispiel mit WallFix (Pure & Original) oder Wasserglas vorbehandelt werden.

 

Stark verschmutzte und verunreinigte Flächen, wie durch Schimmel, Ruß, Schmutzwasser, Ausblühungen, Wachs, Fett oder Nikotin, müssen vor dem Anstrich mit Kreidefarbe gründlich mit entsprechenden Mitteln gereinigt werden. Dazu stehen je nach Art und Hartnäckigkeit der Verschmutzung Super Cleaner (Pure & Original), Remover (Painting the Past) sowie handelsübliche Reiniger und Anlauger zur Verfügung. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Substanzen durch den Anstrich reaktiviert bzw. angelöst werden und damit das Streichergebnis negativ beeinflussen, z. B. in Form von Abplatzungen, Flecken oder Verfärbungen, die sich selbst nach mehrfachem Anstrich noch durchsetzen können. Ausserordentlich stark belastete Flächen müssen je nach Problematik ggf. mit einer speziellen verschlussfähigen Isolationssperre (Sperrgrund) versehen werden. Wer dabei deren diffusionsoffe Eigenschaften erhalten oder wiederherstellen möchte, kommt in der Regel um eine aufwendige Wandsanierung nicht herum.

Vorbereitung

Ein sorgfältiges Abkleben von Rändern, Ecken und Kanten, Stuck, Wandprofilen, Sockel- und Fußleisten, Fensterrahmen und Türzargen ermöglicht eine akurate, saubere, bequeme und zügigere Arbeit. Hierzu ist ein sehr gutes Klebeband in Fachqualität zu empfehlen, das ein Unterfliessen der Farbe verhindert und beim Abziehen keine Rückstände hinterlässt. Als vorteilhaft hat sich eine Verarbeitung von Kreidefarbe unter Einwirkung von Tageslicht erwiesen, da die Beurteilung von Farbnuancen, Gleichmäßigkeit und Deckvermögen bei künstlichem Licht, vor allem bei starken Baulampen, zum Teil erheblich beeinträchtigt ist. Die Raumtemperatur sollte währenddessen 5-25°C betragen. Eine ausreichende Belüftung begünstigt den Trocknungs- und Aushärtungsprozess der Kreidefarbe. Um ungewollte Verunreinigungen von Kleidung, Gegenständen und nicht zu streichenden Flächen vorzubeugen, wird ein Eimer mit kaltem Wasser und Schwamm sowie ein trockenes Tuch bereitgestellt.

Grundierung

Normalsaugende Flächen in einem guten, unkritischen Allgemeinzustand müssen nicht grundiert werden. Leicht poröse Untergründe, Flächen mit leichten Saugunterschieden und Gipskarton (Rigips) können ausgeglichen werden, indem die erste Lage Kreidefarbe mit ca. 20% Wasser verdünnt aufgebracht wird, um eine Tiefengrundwirkung zu erhalten. Stark saugende bzw. stark poröse Flächen (auch Streichvlies) und solche mit starken Saugunterschieden (z. B. nachgespachtelte Putzflächen) sollten mit einer Kreidegrundierung (L’Authentique) versehen werden. Wenn sich der neu aufzubringende Farbton stark vom bisherigen unterscheidet (intensive und sehr dunkle Töne sowie grundsätzlich bei leuchtkräftigem Gelb, Orange oder Rot), ist es im Hinblick auf ein höheres Deckvermögen vorteilhaft, eine deckende Kreidegrundierung (eine stark weißpigmentverdichtete Grundierung von L’Authentique) zu verwenden. Grundiert werden sollte generell auch im Zweifelsfall.

 

Bei pulverigen, sandenden und stark kreidenden Flächen (Neuputze, Lehmputze) empfiehlt sich die Anwendung von WallFix (Pure & Original), um die mikrofeinen Partikel zu binden und dem folgenden Anstrich eine optimierte Haftungseigenschaft und Farbaufnahmebereitschaft der Oberfläche zu bieten. Mit WallFix behandelte Flächen benötigen keine zusätzliche Kreidegrundierung mehr.

 

Alkalische Maluntergründe (z. B. Kalkfarbe oder Kalkseife) sind mit einem Fresco Special Fix (Pure & Original) vorzuarbeiten, um deren Überstreichfähigkeit wieder herzustellen.

Anstrich

Das gebrauchsfertig gelieferte Gebinde sollte gründlich aufgerührt werden, da sich dessen Bestandteile voneinander trennen, diese für die Verarbeitung jedoch gleichmäßig verteilt sein müssen.

 

Es ist ratsam, zusammenhängende Flächen und einzelne Lagen mit dem Inhalt nur eines Gebindes zu streichen, um seltene, aber nicht ganz auszuschliessende Farbtonabweichungen (sog. Chargen-, Los- oder Batch-Varianzen), die von Gebinde zu Gebinde auftreten können, zu vermeiden. Übersteigt diese Fläche die Reichweite eines Gebindes, sind vor dem Anstrich entsprechend viele Gebinde miteinander zu vermengen, ggf. sogar die für die Anstricharbeiten insgesamt benötigte Farbmenge. Partielle Ausbesserungen bereits gestrichener Flächen sollten nicht aus einem neuen Gebinde heraus erfolgen.

 

Kreidefarbe von L’Authentique wird wahlweise mit einer Rolle (z. B. Lammfell) oder einem Pinsel im Normalfall in zwei unverdünnten Lagen aufgebracht, so dass eine verdichtete, farblich gleichmäßige Beschichtung entsteht. Auch die Applikation mit einem Airless-Gerät ist möglich. Jede Lage benötigt vor dem nächsten Arbeitsgang ca. 4 Stunden Zeit zum Trocknen. Beschneidearbeiten, also das absetzende, abkantende Streichen von Rändern, Kanten und Ecken, lassen sich am besten mit einem Heizkörperpinsel oder breiten Flachpinsel durchführen. Alle Anstrichwerkzeuge sollten in jedem Fall von höherer Qualität sein, um einen wirtschaftlichen Verbrauch der Kreidefarbe sowie optimale Arbeitsergebisse zu begünstigen.

 

Es hat sich bewährt, zunächst Ecken und Kanten sorgfältig auszustreichen und dann die Innenflächen. Wände sollten von oben nach unten abgearbeitet werden, um ein Kleckern und Tropfen der Farbe auf bereits gestrichene Flächen zu vermeiden. Wenn Decken zu streichen sind, empfiehlt es ich, diese zuerst fertigzustellen.

Oberflächenschutz

Um eine höhere Widerstandsfähigkeit und bessere Reinigungsfähigkeit der fertig gestrichenen Fläche zu erzielen, wird diese in der Regel mit einem wasserfesten Sealer (L’Authentique) in durchschnittlich zwei unverdünnten, aber nicht zu üppig aufgetragenen Lagen versiegelt. Jede Lage benötigt vor dem Folgeanstrich etwa 4 Stunden Trocknungszeit. Sealer ist nicht geeignet für vertikale Flächen, die einer längeren Bewässerung ausgesetzt sind (z. B. Innenwände von Duschkabinen) oder auf horizontalen Flächen, auf denen Wasser und andere Flüssigkeiten längere Zeit stehen bleiben können (z. B. Küchenarbeitsplatten). Alternativ zum Sealer kann Kreidefarbe je nach Bedarf auch mit Kalkseife, Italian Gloss Wax (beide Pure & Original) oder Topcoat (Painting the Past) versiegelt werden. Das porendichte Verschliessen sollte jedoch erst nach vollständiger Aushärtung der Farblagen (ca. 48 Std.) erfolgen, damit flüchtige Stoffe restlos verdunsten können.

Verarbeitung von Kreidefarbe auf Holz und Möbeln

Die Anforderungen an den Maluntergrund bei der Verarbeitung von Kreidefarbe auf Holz und Möbeln entsprechen grundsätzlich der Anwendung auf Wänden. Je nach Qualität und Beschaffenheit des Maluntergrundes, Bedarf oder Arbeitsziel sowie um dessen Saugfähigkeit und Haftungseigenschaften zu verbessern, wird dieser von Hand angeraut, maschinell geschliffen oder sogar entschichtet. Holzflächen, Metall und Altanstriche sollten zudem vor dem Anstrich ein Grundierung für Wasserlacke (L’Authentique) aufgetragen werden, da Kreide Emulsionen im Vergleich zu Lackfarben die für arbeitende Untergründe notwendige Elastizität fehlt und sich deshalb schneller Risse oder Abplatzungen ergeben können, weil keine ausreichende Haftvermittlung stattfindet. Zu Blutungen neigende Hölzer sollten mit OmniPrim (Pure & Original) grundiert werden, um diesen Effekt zu blockieren. Kreidefarbe von L’Authentique ist aufgrund ihrer rauen, stumpfmatten Oberfläche wesentlich durchlässiger als Lackfarbe, Gebrauchs- und Abnutzungsspuren sind daher schneller sichtbar. Sofern diese nicht in Kauf genommen werden sollen oder sogar ausdrücklich gewünscht sind, ist eine entsprechende Versiegelung bzw. Fixierung der Ergebnisse erforderlich. Hierzu können Sealer (L’Authentique), Möbelwachs oder Topcoat (beide Painting the Past) verwendet werden.

Sie haben weitere Fragen zur Verarbeitung von Produkten von Painting the Past, Pure & Original und L’Authentique oder deren Kombinationsmöglichkeiten? Dann helfen und beraten wir gern! Nutzen Sie dazu unser >Online-Kontaktformular, schreiben Sie uns eine >E-Mail oder rufen Sie uns an unter +49(0)4185/5873-04 (Mo-Fr 10-17 Uhr).

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